Donnerstag, September 25, 2008

In Beziehungsfragen eher Türke

"Sie sind zuhause wohl eher wie ein Türke!"
Diese Worte durfte ich mir im Rahmen eines sehr angenehmen und vergnügten Gesprächs während des Wartens auf einen Gerichtstermin anhören.
Von einer Türkin.
Wir - also ich als Anwalt, die Mutter, die Tochter und der Sohn der türkischen Familie- saßen vor dem Saal und unterhielten uns über das Warten vor Gericht, den Unterschied zwischen Straf- und Zivilrecht und kamen hierbei unter anderem auf das Thema "lebenslänglich" sowohl im straf- als auch zivilrechtlicher Hinsicht.
Der verständige Leser stellt sich zuerst die Frage: Was in Gottes Namen ist lebenslänglich in zivilrechtlicher Hinsicht? Antwort: Die Ehe!
Die Tochter erzählte davon, dass sie in zwei Wochen heiraten würde, woraufhin wir uns dann über das Zusammenleben von Mann und Frau unterhielten. Im Rahmen der gegenseitigen Schilderung der Lebensverhältnisse kristallisierte sich eindeutig heraus, dass ich offensichtlich der einzige Beteiligte war, der, sagen wir, eine etwas konservativere Auffassung vom Zusammenleben hatte. Dies führte dann dazu, dass mir von der Mutter die oben bezeichneten Worte vorgehalten wurden.
Ich war etwas überrascht, allerdings positiv, weil ich immer wieder gegen stereotype Vorstellungen und Vorurteile rede und gestern hierin bestätigt wurde.
Den Rest des Tages habe ich noch darüber nachgedacht und bin abends nochmal aufgestanden, um den Tee für meine Tochter zu kochen, damit meine Frau mal liegen bleiben kann.

1 Comments:

At 6:42 nachm., Blogger Werner Siebers said...

Und, hat das Bier geschmeckt, das der wahre Grund für das Aufstehen war.

Ach so, Tee kocht man übrigens mit Wasser.

 

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